Logo

Button Home

Button Fische

Button Fische

Button Pflanzen

Button Krankheiten

Button Technik

Button Versicherung

Button drta-Treffen

Button Sonstiges

Button Links

Button Impressum


© Dianas Aquarium

Krankheiten

 

Ein unangenehmes Thema und leider bleibt keiner verschont. Auch in gut gepflegten Aquarien und bei optimal gehaltenen Fischen bleiben Krankheiten nicht aus. Kranken Fischen zu helfen ist nicht leicht und oft war jede Mühe vergebens. Gelegentlich aber kann man seinen Fischen mit relativ einfachen Mitteln helfen, mit den Krankheitserregern fertig zu werden.

 

Mysteriöse Welsseuche

Am 27.11.03 sah ich an zwei meiner Simillima-Weibchen blutunterlaufene Stellen unter der Haut, hauptsächlich am Ansatz der Flossen, aber auch teilweise über den Körper verteilt. Die blutigen Stellen zogen sich bis weit in die Flossen hinein. Die Atmung war hektisch und die Fische wirkten apathisch.

Die Symptome ähnelten denen der mysteriösen Welsseuche, von der man gelegentlich hört und liest. Sie betrifft offenbar nur Welse und auch von denen nur am Boden lebende, sie tritt wie ein Spuk auf, rafft den halben Bestand oder mehr dahin und verschwindet wieder. Andere Fische im Aquarium sind nicht betroffen. Ob es sich um eine bakterielle Infektion oder einen Virus handelt, ist mir nicht bekannt.

In meinem Aquarium lebten 5 Loricaria simillima, drei Weibchen und zwei Männchen. Die Männchen waren auch die einzigen Neuzugänge in diesem Becken und zogen drei Wochen vor dem Auftreten der Krankheit ein. Die beiden Männer sind fit, fressen und zeigen keine Symptome.

Einblutungen unter der Haut
Das kranke Simillima-Weibchen

 

Blutunterlaufene Stellen
Bei ihr waren die blutunterlaufenen Stellen auch am Körper verteilt

 

Kranker Simillima im Kescher
Die Bilder sind teilweise nicht scharf, aber ich hatte andere
Sorgen als mir um perfekte Bilder Gedanken zu machen.

 

Die blutigen Stellen sind hautpächlich an den Flossen
Hier sieht man gut, dass sich die Einblutungen bis in die Flossen zogen.

 

Simillima im Kescher
Das kranke Simillima-Weibchen beim Herausfangen.

 

Einblutungen an den Flossen
Die Fische wirkten sehr krank, ich machte
mir wenig Hoffnungen, hier helfen zu können.

 

Die Krankenstation
Die Krankenstation.

Ich fing die Fische heraus um sie in ein provisorisches Quarantänebecken zu setzen. Die Krankenstation bestand aus einem 50 Liter Eimer mit UV-Klärer, Luftsprudler, Heizstab, und später kam noch ein kleiner, eingefahrener Eheimfilter dazu. Ohne diesen Filter wäre die Hälterung (insgesamt zweieinhalb Wochen) in diesem Behälter nicht möglich gewesen. Obwohl ich täglich das Wasser zu 80 - 90 % austauschte und dabei die Futterreste absaugte, konnte ich nach wenigen Tagen ein Steigen des Nitritwertes beobachten. Mit der Verwendung des kleinen Filters war das sofort vorbei.

Am nächsten Tag machte ich mich auf die Suche nach der dritten Simillima-Dame. Obwohl ich das halbe AQ auseinander riss, zwei Drittel der Pflanzen herausnahm sowie die meisten Bambusröhren und Wurzeln, fand ich sie nicht. Lediglich ein größeres Cryptocorynenfeld und eine größere, eingewachsene Wurzel entfernte ich nicht, suchte jedoch auch dort und stocherte unter die Wurzel und zwischen die Pflanzen. Da ich den Fisch nicht fand, obwohl ich stundenlang an dem Aquarium rummachte und alle anderen Fische aufgeschreckt habe, ging ich davon aus, dass sie schon tot ist und wohl restlos aufgefressen. Wie sich später herausstellte, war das ein Fehler :-(.

Behandlung:

Täglich große Wasserwechsel 80 - 90 % mit frischem, aufbereitetem Wasser. Das Wasser wurde angewärmt und ca. 24 Stunden vorher bereits mit Erlenzapfen (4 - 5 Stück pro 20 l Wasser) angesetzt. Das Wasser hatte den gleichen Leitwert wie im Haltungsbecken - Osmosewasser, welches mit Leitungswasser auf einen Leitwert von 100 µS erhöht wurde. Temperatur 25 - 26° C.

UV-Klärer um den Keimdruck zu verringern.

Ruhe und ein abgedunkelter Behälter um die Fische nicht zu stressen

Abwechslungsreiches Futter, mit Vitaminen angereichert. Leider fraßen die Fische in den ersten Tagen so gut wie nichts, und ich musste täglich das Futter wieder absaugen. Ich habe ohnehin nur wenig gefüttert.

01.12.03 Soweit ich es in der trüben Brühe sehen konnte, waren die blutunterlaufenen Stellen zurückgegangen, auch die Atmung war ruhiger geworden. Ich wagte es nicht, mich zu freuen, noch kann so viel dazwischen kommen. Nach wie vor fraßen die Fische nicht bzw. nur ganz wenig, und ich musste alles wieder heraussaugen. Rote Mückenlarven sind normalerweise ihre Leibspeise, jetzt aber drehten sie angewidert den Kopf weg, wenn eine ML vor ihrer Nase zappelte. Ich hätte die Simillima gerne herausgeholt, um sie anzuschauen, wollte sie aber nicht durch unnötige Fangaktionen noch mehr stressen.

 

Die gesamte Krankenstation

Die gesamte Krankenstation. Hinten ist der Wasseraufbereitungseimer zu sehen, vorne der Quarantäne-Behälter. Etwas provisorisch, aber es hat ganz gut funktioniert.

 

03.12. die Behandlung hilft
03.12.03 Der Erfolg ist sichtbar!

 

eine wesentliche Verbesserung ist zu sehen
03.12.03
Ganz leichte rote Stellen sind noch am Flossenansatz zu erkennen.

 

Simillima auf dem Weg der Besserung
03.12.03

 

Auch auf dem Bauch sind die blutigen Stellen fast weg
03.12.03
Das ist die gleiche Simillima-Dame wie auf dem 2. Bild.

03.12.03 Ich hielt es nicht mehr aus und fing die beiden Patienten heraus, um zu sehen, ob es wirklich eine Verbesserung gibt und vor allem, um zu kontrollieren, ob sich die blutunterlaufenen Stellen auf der Körperunterseite womöglich ausgebreitet haben. Nein, zum Glück nicht. Die Stellen hatten sich zurückgebildet, die Atmung war normal. Sie haben sich heftig gegen das Netz gewehrt, ein gewaltiger Unterschied zu der Fangaktion vor einigen Tagen. Sie wirkten bei weitem nicht mehr so apathisch. Jedoch zeigten sie immer noch keinen Appetit und ich war erstaunt, wie schnell ein runder Welsbauch einfallen kann, sie schauen beide mager aus, obwohl sie eine Woche zuvor noch richtige Kugelbäuche hatten.

04.12.03 Eine knappe Woche nach der großen Suchaktion nach der verschwundenen Simillima-Dame tauchte deren Leiche auf. Genau aus dem Cryptocorynen-Gestrüpp, obwohl ich dort auch suchte. Nachdem der Rumpf noch ziemlich vollständig war, war sie mit Sicherheit noch nicht so lange tot und hatte eindeutig bei meiner Suchaktion noch gelebt. Ich habe offenbar, trotz aller Mühe, zu nachlässig gesucht - sie musste es mit ihrem Leben bezahlen. So traurig das ist, es zeigte jedoch, dass die Behandlung bei den anderen beiden anschlug. Wir waren auf dem richtigen Weg.

 

Beim Wasserwechsel
Beim täglichen Wasserwechsel.

06.12.03 Endlich fressen sie! Gestern schon etwas zaghaft und heute recht gierig. Vor allem eine, sie saugt förmlich alles ein, was in die Nähe ihres Maules kommt - schlürf und weg ist es. Die andere frisst etwas langsamer, aber auch bei ihr sieht man erheblich mehr Fresslust als noch vor ein paar Tagen. Es konnte nur noch aufwärts gehen, was war ich froh!

 

Simillima - wieder fit
14.12.03
Heute dürfen sie wieder nach Hause zurück - sie scheinen fit zu sein!

14.12.03 Nachdem es den beiden Rackern offensichtlich wieder gut geht, durften sie nun in das Haltungs-Aquarium zurück. Sie lagen nicht mehr nur apathisch herum, fraßen alles, was in den Behälter kam und machten wieder einen normalen Eindruck. Auch die Fangaktion zeigte einen deutlichen Unterschied im Verhalten. Am 27.11.03 lagen sie im Aquarium, ich konnte sie ins Netz heben, sie machten nicht den kleinsten Versuch zu entkommen. Ganz anders nun, obwohl es sich nur um einen kleinen Behälter handelt, schafften sie es locker dreimal um dem Kreis zu schwimmen, bevor ich sie im Netz hatte. Und auch im Netz war es noch ein Gezappel und Gesträube und Gespritze. Sie haben richtig wieder Kraft.

 

Simillima beim Zurücksetzen ins Haltungs-AQ
Keine roten Stellen mehr zu sehen.

 

Am Rücken sieht man deutlich hellere Stellen
Wo die blutigen Stellen waren, sieht man nun deutlich hellere Flecken

Bei den Fischen sieht man deutlich hellere Stellen, wo vorher die blutunterlaufenen Stellen waren. Auf diesem Foto sind sie am Rücken zu sehen. Ich hoffe sehr, dass es nicht noch einen Rückfall gibt, sehe aber auch keine Veranlassung, sie noch länger in Einzelhaft zu halten. Ihrem ganzen Verhalten nach sind sie wieder gesund.

 

Auch hier sind die helleren, abgeheilten Stellen zu erkennen
Auch hier sind die hellen Flecken gut erkennbar.

 

Wieder Zuhause - kurz nach dem Einsetzen
Wieder zu Hause!

 

Ein etwas grimmiger Blick, wer so böse kucken kann, dem fehlt nichts mehr.
Wer so grantig kucken kann, der ist sicher wieder gesund.

Die Fische haben das Zurücksetzen gut überstanden. Die beiden zurückgebliebenen Männer freuten sich offenbar, es dauerte nicht lange, da lag im Cryptogebüsch ein Simillimapärchen und ein weiteres zwischen den Vallisnerien. Gegen Mitternacht gab es einen kleinen Imbiss, und auch da zeigte sich, dass die beiden Damen wirklich wieder gesund sind. Sie waren eifrig dabei, den Boden nach den schwarzen und roten Mückenlarven abzusuchen. Die Männer mussten sich ranhalten, sonst wären sie leer ausgegangen.

Weitere Krankheitsfälle gab es bis jetzt nicht in diesem Aquarium, auch andere Welse wie Corydoras gossei oder die Sturisoma festivum sind nach wie vor gesund. Die beiden Simillima-Männchen zeigen bisher auch keine Anzeichen einer Erkrankung. Eine wirklich seltsame Krankheit, die die drei Simi-Mädchen sich zugezogen hatten.

Die Behandlung und der offensichtliche Erfolg zeigt mir jedoch wieder einmal, dass man mit einer Optimierung der Haltungsbedingungen und mit einer Reduzierung der Keimdichte sehr viel erreichen kann. Ein Griff zu einer Flasche XY, welche im Zoohandel griffbereit herum steht und eine Heilung bei 99 Krankheiten verspricht, ist garantiert nicht der richtige Weg. Unter Umständen schadet das mehr, als es nützt. Wenn Behandlung mit einem Medikament bzw. mit einem Antibiotikum bei einer bakteriellen Infektion, dann nur, wenn die Diagnose feststeht und das Mittel von einem fachkundigen Arzt verschrieben worden ist. Notfalls muss man mit seinem Fisch zu einer Fischuntersuchungsstelle fahren. Hätte sich der Zustand der beiden verschlechtert, hätte ich das gemacht, eine Adresse hatte ich schon herausgesucht.

Hier gibt es Informationen zur Professionelle Diagnose von Zierfischkrankheiten

Hier gibt es weitere Informationen zu Erlenzapfen und zur Verwendung

nach oben